Beschreibung
Gesamtlaufzeit: 1 h 27 min
Tonqualität: gut
Sind wir überhaupt noch imstande, die "andere Seite" einlassen zu können?
Schule und Gesellschaft propagieren die Wichtigkeit von Wissen und Bildung stark
einseitig und erreichen damit nicht selten die Überlastung des Einzelnen. Alles
spielt sich im Denken ab. Dieses lässt sich kaum noch unterbrechen, weshalb man
sich betäuben muss. Beten kann nur stattfinden, wenn das Denken
aufhört.
Gebet und Beten wird heute leider vorrangig als Bitten bzw.
Wünschen verstanden, was an der eigentlichen Bedeutung vorbeigeht. Das
hebräische Wort für Beten meint "Relativieren" bzw. "in Bezug setzen zu".
Freiheit könnte entstehen, wenn ich diese zwanghafte Welt in Beziehung bringe
mit der anderen Welt, die diese Grenzen nicht kennt.
Die Beichte versteht
Weinreb als gegenseitiges Sich-Öffnen im Inneren des Menschen - die linke Seite
verbindet sich mit der rechten. Sie kann aber auch äußerlich stattfinden,
wenn das Grundprinzip der Gegenseitigkeit beibehalten wird. Niemals ist es eine
Öffnung in nur eine Richtung, bei der der sich öffnende Mensch kluge
Ratschläge eines Gelehrten erhält.
Der Priester ist der Teil in uns, der
die Unruhe bringt. Er wackelt an dem "stimmigen" Gebäude der Logik und gibt
zu bedenken, dass es nicht nur das "Hier", sondern auch das "Dort" gibt.





















