Beschreibung
Friedrich Weinreb. "Das Jüdische Passamahl und was dabei von der Erlösung
erzählt wird."
375 Seiten. Gebunden. Format 13,2 x 21,2 cm.
ISBN
978-3-905783-19-3
Der Leser wird zum Tischgenossen bei der traditionellen Mahlzeit, dem
"Seder", zum Gedenken an den Auszug aus Ägypten. Den Text der "Hagadah", die
Handlungen und Bräuche, die diesen Abend und diese Nacht seit jeher bestimmen,
erschließt Friedrich Weinreb für unser heutiges Lebensgefühl und läßt damit
jenes immerwährende Geschehen von Gefangenschaft und Erlösung im Kern jedes
Menschen zum Erlebnis werden. Die alltäglich gelebte Vertrautheit des Autors mit
der jüdisch-chassidischen Tradition hat in diesem Buch ihren vollendeten
Ausdruck gefunden.
Das 1984 erstmals erschienene Buch erscheint in neuer
Ausstattung und um einen umfangreichen Registerteil erweitert: Personen- und
Sachregister, Register hebräischer und aramäischer Wörter, Zahlenregister,
Register der Bibelstellen.
"Diese Wandlung vom Zeitlichen ins Ewige ist
der Auszug aus Ägypten. Es ist das gleiche, was beim Sterben geschieht, und es
ist das gleiche, was bei jeder Umkehr aus dem Weg der Kontinuität in die
Dimension der Liebe stattfindet."
"Abschluß der Gegenwart, Auszug in die
Ewigkeit. Jeder Moment, der vorbeigegangen ist, nimmt uns mit in die Ewigkeit.
Jeder Moment, der aus der Gegenwart hinaustritt, führt in die Ewigkeit.
Gegenwart steht wie ein Nichts im Ozean der Ewigkeiten."
"Wenn du
ausziehst aus deinem Glauben, daß diese Welt so ist, wie sie aussieht, dann
wirst du sie, indem du sie aufgibst, wiederfinden. Und dann nicht als vergehende
Welt, sondern als die Ewigkeit, von der du geträumt hast."
"Das Geschehen
gleicht dem Wort, wie man es äußerlich wahrnehmen und lesen oder hören kann.
Aber wir spüren im Wort die göttliche Herkunft und beschäftigen uns mit ihm Tag
und Nacht. Dann öffnet es sich, und unvorstellbare Schätze bieten sich uns an.
In jedem Geschehen sind unvermutete Überraschungen, wenn wir es in den Worten
erfahren. Die Worte sind die Brücken; sie verbinden die Welten. Sie sind die
Schiffe, die uns von Ufer zu Ufer führen. Sie übersetzen von Welt zu
Welt."
"Wir sind erlöst, weil in unserem Wesen die Erlösung fundamental
ist. Und wir sind nicht erlöst auf unserem Weg durch die Erscheinungen in der
Geschichte. Dort steht immer unser Wesen unserem Tun entgegen. Was ich im Wesen
ganz gewiß nicht tun sollte, weiß ich, daß ich es oft doch tue, und was ich
gerade wohl tue, weiß ich, daß ich das aus meinem tiefsten Wesen nicht tun
sollte."
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